Samstag, 24. November 2012

3.Kapitel (Stasia's Sicht)

Wie er einfach in Socken rauskam, sein Brot vollsabberte und nach meiner Schokolade verlangt hatte. Ich kenne ihn nicht anders. So ist er. Trotzdem war es ein schöner Tag, lustig dazu. Wie sein Auto abgeschleppt wurde, das war ein Highlight.

"Der Bus kommt in einer Stunde." stellte Vanessa fest, als sie auf den Fahrplan sah.

"Dann müssen wir eben warten. Wie die Zeit doch vergeht, wir haben schon 17Uhr oder so, ne?" ich konnte die Zeit nie richtig einschätzen. Also suchte ich nach meinem Handy.

In meiner Tasche war das reinste Chaos. Mein Handy? Unauffindbar.

"Vanessa? Wo ist mein Handy?" fragte ich sie panisch.

"Ehm du hast damit Fotos gemacht und es unterschreiben las...bei Basti!" fiel ihr auf.

"Super. Soll ich da nochmal klingeln?? Ist doch peinlich!" ich war so unaufmerksam, wer weiß was er schon alles damit gemacht hat?

"Lass uns gehen!" Ich stand auf und marschierte los. Vanessa gleich hinter mir her.

Zum Glück war die Bushaltestelle nicht weit weg. Vor der Garage stand nur noch sein Bruder und regte sich auf. Als wir versucht haben uns unauffällig vorbeizuschleichen, waren wir der Meinung er hätte uns nicht gesehen...

"Wisst ihr wo Bastis Auto ist?" Fragte er tatsächlich !

"Nö!" Antwortete Vanessa. Was er ihr eh nicht abkaufte.

"Lustige... jetzt echt ?" Hackte er nach.

"Wurde abgeschleppt!" Gab ich als Antwort. "Von wem?" Kam direkt die nächste Frage hinterher.

"Von meinem Opa!" Antwortete ich genervt. Ich kenne hier auch jeden.

"SEBASTIAN!!!!" brüllte er durch die Straße, sodass die Nachbarn, die sich grade am unterhalten waren, erschrocken dem Krawallmacher lauschten.

Dann kam der Kleene auch, der Dieb meines Handys.

"Was gibbet?" Als er uns sah verschwand sein Grinsen ganz plötzlich.

"Du hast mein Handy und ich hätte es gerne zurück" lächelte ich ihn an.

"Nun es ist so .... du hast es wieder mitgenommen!" Babbelte er, was ich ihm kein bisschen glaubte.

"Alter?? Das war also das Handy von ihr, das auf den Boden geklatscht ist?" Mischte sich der Bruder ein.

"Bitte was?!?!" Mein Herz ist fast stehen geblieben.

"Wolltest du nicht weg, Flo?" zischte Basti, sein Bruder schüttelte den Kopf und warf ihm die Schlüssel zu.

"Abgeschleppt, lern parken" kam von einem weisen Herren, Namens Florian.

Hallo? Lenkte er vom Thema ab? Also bitte, ich wollte mein Handy....oder das was davon noch übrig geblieben ist.

"Hör zu, wir gehen mein Auto abholen, vom Abschleppdienst. Wir haben hier nur einen, als Entschädigung für dein Handy, kann ich euch nach Hause fahren." Er sah uns hoffnungsvoll an und war bereit zu gehen, denn er entfernte sich einige Schritte von uns.

"Kann ich mein Handy trotzdem haben?" Alle guten Dinge sind 2, ich frag bestimmt kein drittes mal mehr.

Er holte mein Eigentum raus und reichte es mir rüber mit einem kleinen Klebezettel auf dem 'Sorry' grad noch so lesbar war.

"Mit dem schreiben hast du es nicht so, oder?" Fassungslos sah ich mein Handy an, der ganze Display war hin.

"Tschuldigung.....Los kommt!!!" Ja, er war sehr mitfühlend.

Wir latschten ihm hinterher wie zwei Enten und hofften auf ein Wunder.

"Willst du nicht erstmal zur Polizei?" weil so viel ich wusste, musste man erst dorthin.

"Ich weiß wohin!" Der Chef hat gesprochen.

Wir blieben an einer alten Bruchbude stehen. "Basti? Wir sind bestimmt auf einem Schrottplatz." gab ich von mir und erntete einen wütenden Blick des Besitzers .

"Willkommen beim Abschleppdienst!" Begrüßte uns der bartige Herr, der einem Weihnachtsmann ähnelte.

"Mein Wagen wurde abgeschleppt. Grundlos. Ich verlange es auf der Stelle zurück. Und wenn ich es nicht zurück bekomme, dann müssen sie mit Konsequenzen rechnen, denn soweit ich weiß..."

Er hörte einfach nicht auf zu reden, wenn er weiter so machen würde, müssten wir wohl doch mit dem Bus fahren.

Nach einer satten Stunde war die Diskussion beendet und Mr.Right bekam sein Auto wieder.

"Steigt ein!" Grinste er. Jaja, er war glücklich und ich hatte ein kaputtes Handy.

Als wir drin waren, wies er uns nochmal drauf hin uns anzuschnallen. Was total unnötig war - denn wir waren schon angeschnallt.

Er fuhr los. Er raste los, das traf's besser.

"Wohin mit euch?" Fragte er während er sein Navi rausholte.

"Nach Neuss, bitte." Beantwortete ich seine Frage.

"Wo ist das? Stell mir bitte den Navi an, dann gib die Adresse ein." Er drückte mir seinen oldschool Navi in die Hand und ich musste erstmal die Hieroglyphen entziffern.

'Wenn möglich bitte wenden!' Meldete sich sein schlaues Gerät.

Das konnte noch was werden. Und ich hatte Recht damit. Wir waren 4 Stundem unterwegs !!!! Da wir so oft wenden mussten, da der tolle Herr Wurth nicht wusste wohin, trotz Navigation !

Wir hatten mittlerweile 22 Uhr, Vanessa war am schlafen und ich musste dem Verrückten helfen.

"Wo sind wir???" fragte er mich.

"Tolle Frage! Du sollst auch wenden, wenn sie das sagt !" so langsam regte mich diese Situation auf.

"Wohin denn?? Sie sagt seit drei Stunden wir sollen wenden" er wurde langsam auch nervös.

Er hielt an einem verlassenen Feld an.
Es war super dunkel, man konnte nix erkennen.

"Warum halten wir an?" Wollte ich von ihm wissen.

"Weil ich mal muss! Ich hab auch Bedürfnisse." Er schnallte sich ab und verließ das Auto.

So langsam wurde ich auch müde, ich schloss kurz meine Augen und wollte mich ein wenig entspannen, doch da wurde nix draus. Ein komisches Piepen, riss mich aus meinem Halbschlaf.

"Akku leer, super!" Jetzt war auch noch der Akku vom Navi leer.

"Können wir weiter?" Basti stieg ins Auto und sah mich an.

"Nö, dein Akku ist leer!" Ich zeigte auf seinen Wegweiser.

"Scheiße und jetzt? Hättest du es nicht falsch eingestellt, wären wir längst da." Beschuldigte er mich. Was dachte er sich eigentlich?

"Bitte? Du fährst wie ein Wahnsinniger und hörst nicht drauf was man dir sagt!" sagte ich vorwurfsvoll.

"Ihr Frauen, mit euch kann man nicht fahren !" Beschwerte er sich.

Ich drehte mich von ihm weg und sah aus dem Fenster.

Er fuhr los, immer der Straße entlang. Na das wird noch lustig. Ich konnte einfach nicht einschlafen, als ich einen Blick zu Basti warf, merkte ich das dieser auch ziemlich müde zu sein schien. Da konnte ich doch nicht einschlafen.

"Wenn du müde bist, dann halte lieber irgendwo an, anstatt dich so zu belasten." Gab ich ihm den Tipp, worauf er nur kurz lächelte.

"Nein danke, geht schon. Du kannst ruhig schlafen." Sagte er immernoch lächelnd und hielt an einer Ampel an.

"Ich bleibe mit dir wach." Sagte ich leise und sah ihn an.

Er sah ebenfalls zu mir rüber und lächelte wieder.

"Danke. Keine Sorge ich bringe dich schon nach Hause und wenn ich 3 Tage unterwegs sein sollte." War das einzige was er noch gesagt hatte, bevor er sich komplett auf die Straße konzentrierte.

Er war schon süß....

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