Montag, 25. Februar 2013

29. Meine Freundin - Max

Ein neuer Tag, ein neues Kapitel. Da ich ein positiver und fröhlicher Mensch war, war ich schon am frühen Morgen gut gelaunt.

"Hello world." Begrüßte ich Marco, der müde und angepisst am Tisch saß und mich erfolgreich ignorierte.

"Sehr gesprächig heute." Ich setzte mich an den Tisch, schnappte mir ein Brötchen und betrachtete es.

Wo war Nutella? Wo war mein Orangensaft? Und wo blieben meine Erdbeeren?

"Was ist ?" Fragte mich Marco, er war endlich geistig anwesend - hurra.

"Wie soll ich mein Brötchen essen?" Fragte ich ihn und hielt das Brötchen hoch in die Luft.

"Wie man es halt isst?" Bekam ich eine patzige Antwort zurück.

"Habt ihr in Österreich Nutella? Oder verhungert ihr hier?" Er sah mich sauer an und tauschte mein Brötchen durch ein Apfel aus.

"Obst, das ist das Richtige für dich. Ich glaube Schokolade tut deiner Figur nicht gut." Frech wurde er auch noch. Unverschämtheit.

"Friss es selbst." Ich hatte Bedürfnisse und ich wollte mein Nutella-Brötchen.

Der Apfel kullerte den Tisch entlang und ich begab mich auf die Couch, auf der ich mich ausbreitete. Der Fernseher lief bereits, also zog ich mir irgendeine Sendung rein, von der ich nur 3-4 Wörter verstand.

"Ich hau ab." Er packte seine Tasche und machte sich ausgehbereit.

"Wohin mit dir, alter Mann?" Fragte ich ihn.

Und bekam irgendein gemurmeltes "auf die Arbeit" nachgeworfen.

Mir war langweilig. So entschied ich mich auch Arzt zu werden.

"Okay, ich komme mit." Ich sprang auf und rannte ins Zimmer.

"Nein? Ich geh arbeiten und nicht auf den Spielplatz." Wie arrogant  von ihm.

"Zu deiner Interesse, ich komme mit, weil ich arbeiten will." Antwortete ich und versuchte schlau zu klingen. Ärzte mussten doch schlau sein.

Er verdrehte die Augen und versuchte mich daran zu hindern. Er wollte mich nur nicht dabei haben, dabei war ich ein toller Arzt. Also, ich konnte Pflaster aufkleben, telefonieren und Leute beraten.

"Sebastian, nein! Ich habe einen Notfalldienst im OP-Zentrum in der Tierklinik. Das ist nicht mein Gebiet, aber ich muss dabei sein. Du bleibst hier." Alles was ich verstanden hatte war : Sebastian.

"Ja ich bin fertig. Lass uns gehen." Mit meinem Rucksack stand ich schon im Treppenhaus und wollte los.

"Versau es mir bloß nicht!!" Zischte er, schloß die Tür ab und ging runter, gefolgt von mir.

"Come and drive with my car, yeah, drive with my car.."

"Halt bitte deinen Mund!!!" Sagte ein strenger Marco, er starrte auf die Straße und fuhr langsam wie eine Schnecke.

Am liebsten würde ich jetzt aufs Gas drücken, Fenster auf und laut brüllen, dass ich der König der Welt bin.

"Wir sind da, du C Promi." Marco hatte mich soeben beleidigt.

"Erinner mich dran dich anzuzeigen wenn wir zu Hause sind, Opa." Ich steigte aus dem Auto und folgte dem Egoisten.

Das OP-Zentrum war groß und voll mit verletzten Tieren, die ich am liebsten alle mitnehmen würde.

"Herr Angelini, gut das Sie da sind. Kommen Sie mit." Sagte eine unfreundlich aussehende Krankenschwester.

Wir folgten ihr in das Sprechzimmer und standen an der Liege auf der eine kleine Katze lag.

"Sie braucht eine Impfung." Stellte die Krankenschwester fest und bemerkte mich nun auch.

"Hi." Ich begrüßte sie mit einem Peace Zeichen und bekam Marcos Ellebogen in meine Rippen.

"Benimm dich jetzt!" Murmelte er und funkelte mich böse an.

"Wer ist das?" Fragte sie und sah zu Marco.

"Das ist mein Praktikant." Sagte er leise.

"Hö? Nein man." Jetzt trat er mir auf den Fuß.

"Halt den Mund, verdammt !" Wütend sah er mich an.

Ich verdrehte meine Augen und verschränkte meine Arme. Mir war langweilig. Hätte ich mir doch lieber diese Österreichischen Sendungen reingezogen.

Nach 3 Stunden waren wir fertig und durften fahren.

Vor dem Auto wurde ich direkt doof angemacht. Marco musste mich immer grundlos dumm machen.

"SIEH MAL EINE BABYKATZE!" rief ich und zeigte auf eine kleine Katze die vor dem Auto saß.

"Hörst du mir eigentlich zu?" Fragte er mich sauer.

"Nö." Ich ging ein paar Schritte auf die Katze zu und sie kam mir entgegen. "Du kleines Baby, kleines süßes Baby." Da ich nicht anders konnte, musste ich sie auf den Arm nehmen.

"Die gehört bestimmt einem Patienten da." Sagte der allwissende Marco.

"Entschuldigung?" Fragte ich einen Passanten. "Ist es Ihre Katze?"

"Nein." Antwortete der Mann und ging weiter.

"Nein, da hast du es gehört. Wir nehmen es mit." Er schüttelte klar den Kopf.

"WIR NEHMEN ES MIT !!!!!!!!!" Brüllte ich.

"Ja okay!!!! Steig ein und wenn du dich nicht drum kümmerst, schmeiß ich dich raus." Sagte er sauer und zwang mich einzusteigen.

"Steig ein Max, wir fahren nach Hause." Ich stieg ein  mit der Katze auf meinem Schoß und schnallte uns an.

"Du weißt schon, dass es eine Sie ist." Der Schlaue hatte gesprochen. Er fuhr los und lachte mich aus.

"Na und? Es gibt keine weibliche Form von Max. Also heißt die jetzt Max." Bam, in sein face.

Er schüttelte den Kopf und seufzte laut auf.

Max war jetzt meine aller beste Freundin, sie war so süß, schlief sogar auf meinem Arm ein. Wenn Marco die verjagt, dann wird der es bereuen.

Aber nein, es musste immer alles anders kommen.

Wenn ich wüsste, das es so kommen würde, wäre ich niemals hierhin gekommen...

Samstag, 23. Februar 2013

28. Memories ♥

Draußen war es mal wieder arschkalt. Das war doch unerträglich. Wo blieb der Frühling? Und warte... wo war ich ? Ich war wieder bei mir zu Hause? Warum? Wie war ich so schnell hier?

"Schatz, lass deine Schuhe nicht überall liegen." Meckerte meine Mutter und schmiss mir die Schuhe vor die Füße.

Was? Warum war die nicht sauer? Was ging hier vor sich? Und warum war ich so glücklich grade? Ich verstand nix mehr, freute mich einfach und lebte den Moment.

Momeeeent. Seit wann hatten wir eine große Rampe die direkt zur Haustür führt? Ich stand da und starrte dumm, als würde ein buntes Einhorn vor mir stehen.

Vor lauter Verwirrung merkte ich gar nicht, dass ich schon in meinem Zimmer war und aus dem Fenster starrte.

Wenn das ein Traum war, dann wünschte ich mir viele Sahnetörtchen....

"Basti, Hallooo." Filipe war unten und winkte mir zu.

Er saß auf einem Motorrad und fuhr die Rampe hoch, er landete direkt in meinem Zimmer.

Wie......?

"Wie?..." ich schüttelte meinen Kopf.

Filipe griff nach meinem Arm und zog mich auf sein Motorrad.

"Ich brauche deine Hilfe. Die Marsmenschen haben die Welt erobert und Fabian gefangen genommen." Erklärte Filipe und fuhr los, durch mein ganzes Haus. Super, meine Mama würde mich später umbringen.

"Nicht so schnell....was wenn...wenn die Polizei kommt." Ich schloss meine Augen und konnte nicht mehr hinsehen.

"Es gibt keine Polizisten. Wir sind Superhelden, wir müssen die Welt retten." Grinste er. "Naja. Ich bin ein Superheld, du nicht. Wenn ich Fabi rette, kriege ich die Belohnung, ich kann dir was davon abgeben, so 2 € oder so." Warum wunderte mich das nicht ?

Wir blieben vor einer gewöhnlichen Haustür stehen.

"Jetzt bloß leise sein." Der Chef hatte gesprochen.

Ich nickte und schlich hinter ihm her.
Bis er einfach so das Fenster aufbrach.
"So viel zu.." "Pscht, sei doch leise." Er hielt mir die Hand vor den Mund und ich verdrehte meine Augen.

Er war nicht der Schlauste, manchmal fragte ich mich echt wie er es geschafft hatte  in die 13te zu kommen.

"Fabian!" Er kletterte durch das Fenster ins Wohnzimmer und quatschte mit Fabian, der an eine Stehlampe gefesselt war.

Da ich keine Spaßbremse sein wollte, kletterte ich hinterher, blieb hängen, fiel hin und löste irgendeinen Alarm aus.

Also ehrlich? Wer installierte einen Alarm auf dem Boden? Die Hellsten waren das wohl nicht.

'Feueralarm, bitte raus hier, Selbstzerstörung aktiviert.'

"Na toll,  Basti. Warum bist du so dumm?" Filipe machte Fabi los und die rannten zur Tür, ich ging hinterher.

"Das macht keinen Spaß mehr, Leute." Rief ich ihnen zu.

"Er ist...einer von ihnen !" Filipe hatte zu viele Actionfilme geguckt, ohne Zweifel.

"Soll ich ihn zerstören?" Fragte Fabi und wartete auf Filipes Befehl.

Was ging hier vor sich? Das war alles ein Alptraum. Warum sollte ich zerstört werden?

"Nein, Soldat. Lass ihn 10 Minuten Zeit zum Laufen, dann kannst du ihn eleminieren." War sein letztes Wort und Fabi nickte.

Obwohl ich keine Angst hatte, rannte ich um mein Leben und schrie um Hilfe, bis ich an einem Stand ankam. Der Verkäufer sah Marco verdammt ähnlich. Er kannte sogar meinen Namen....

"Basti?...Hey..."

Marco stand vor mir mit einem leeren Eimer, wieso hatte er einen Eimer in .... die Frage erklärte ich für beantwortet als ich an mir runter sah...

"Du hast die ganze Zeit im Traum 'Hilfe' gerufen." Er lachte "Ich musste dich wecken, aber du wolltest nicht aufwachen. Dann kam ich mit dem Eimer Wasser an."

"Ich hatte einen kranken Traum." Ich versteckte mich unter der Decke, die auch völlig durchnässt war.

"Und danke Marco." Einen letzten wütenden Blick warf ich ihm noch zu.

Marco lachte erneut auf und zog die Decke weg.

"Das war die Rache für damals. Kennst du noch, als du mich bei DSDS aufgeregt hast?"

Ohja, daran konnte ich mich noch sehr gut erinnern...

Flashback:

Das war die Schlimmste Mottoshow überhaupt. Heute passierte ein Fehler, der eigentlich nicht passieren durfte.

Ein Zahlendreher zerstörte grade die Welt von Marco. Ich sah es ihm an,er war am Boden zerstört. Aber auch sauer.

"Basti, setz dich hin."  Kam von meiner Mutter. Ich war mittlerweile von meinem Sessel aufgestanden und suchte nach Marco.

Wie ich es hasste hier unten zu sitzen. Ich konnte bei keinem dabei sein und wurde ausgegrenzt.

"Nö." Kam von mir.

Jetzt musste ich erstmal zu Marco und für ihn da sein.

"Dieser Penner. Das war doch geplant. Die wollen mich nur loswerden."  Beschwerte sich Marco über RTL und seine Eltern schüttelten den Kopf.

"Marco. Du schaffst es schon weiter. Wäre mies wenn nicht."  Ich legte meine Hand auf seine Schulter.

Er schlug meine Hand weg und drehte sich von mir weg zur Seite.

Deswegen war ich ihm nicht sauer, er war voller Sorge, ich konnte ihn verstehen.

Wenn er heute rausfliegen würde, dann würden die mich kennenlernen.

Als ich wieder an meinem Platz ankam, ging die Show wieder los. Marco war wieder oben bei den Anderen und sah alles andere als glücklich aus.

Marco Schreyl laberte mal wieder eine knappe halbe Stunde und dann kam der Satz der Sätze

"...und deswegen haben wir entschieden, dass heute keiner geht."

Jawohl !!! Ich klatschte vor Freude, nicht nur weil ich, sondern weil Marco auch weiter war.

Doch er schien trotzdem sauer zu sein. Er war so schnell schon weg. Da er nur zur Villa fahren konnte, fuhr ich auch hin, nachdem ich mich von meinen Eltern verabschiedet hatte.

In der Villa war es leise und dunkel, so als ob hier niemand wäre. Marco fand ich aber im Endeffekt in dem Zimmer welches wir uns teilten.

"Klopf, Klopf. Bevor du fragst wer das ist, beantworte ich dir die Frage: ICH!"  Ich sprang zu ihm aufs Bett, sodass er zu Boden fiel.

"Upps, Tschuldige." Lachte ich und half ihm hoch.

"Lass mich." Er drehte sich zur Seite und tippte auf seinem Handy rum.

"Weißt du was gute Laune macht? Schokolade. Im Schrank hab ich welche."  Ich stand auf und suchte im Schrank nach Schokolade.

Eine nach der Anderen holte ich raus und warf die in Marcos Richtung, das ich dabei sein Gesicht traf, war mir nicht bewusst.

"Hör doch endlich auf, man."  Lachte er und versuchte mich ernst anzusehen.

"Ich hab Hunger, ciao." Er latschte runter und ich hinterher.

"Warten Sie, alter Mann?" Stolpernd kam ich in die Küche.

"Hallo, gibt mir jemand diese Kellogs- dings? Ich sitze hier und verzweifle, weil ich nicht drankomme." Pietro saß einsam und verlassen da und streckte erfolglos eine Hand nach der Kellogspackung.

"Hier." Marco reichte es ihm rüber und setzte sich hin.

Ich schnappte mir ein Brötchen und aß es, während ich mich auch hinsetzte und Marco ansah.

"Du lässt mich auch gar nicht in Ruhe oder?" Er fragte mich obwohl er die Antwort längst wusste.

Schulterzuckend sah ich ihn an und aß weiter.

"Marco?  Warum haben sich die Zahlen verdreht?"  Fragte Pietro allen Ernstes.

Es hieß ja, dass es eigentlich keine dummen Fragen gäbe, aber das war die dümmste Frage überhaupt.

"Damit du fragst, Pietro." Gab ich genervt von mir und er kaufte es mir tatsächlich ab.

Lachend musste ich auch bemerken, dass Marco auch leicht lächeln musste.

"DU.HAST.GELÄCHELT!!!"  Mit einem Finger zeigte ich auf ihn und sah ihn gschockt an.

"Blödmann."  Bekam ich als Antwort doch das Lachen hielt leider nicht lange an, denn...

Flashback Ende.

"Bist du wieder am träumen?" Fragte er mich und holte mich in die Realität zurück. Zur richtigen Zeit...

"Mhm" ich nickte und blieb noch ein wenig liegen.

Heute würde ein guter Tag werden....

Donnerstag, 14. Februar 2013

27. Valentinstag? Nicht mit mir.

Für die, die jetzt erst hier angefangen hatten zu lesen: Mein Name ist Sebastian Wurth und ich war von Zuhause abgehauen, erst war ich bei Filipe, dann bei Fabian - beide Aufenthaltsorte waren daneben.

Da saß ich wieder dumm in meinem Auto und dachte nach. Wohin nun mit mir? Hier war es einfach zu gefährlich.

Hm, wo wäre es wohl am besten, wo würden mich meine Eltern nicht finden?
Genau - Auf nach Australien.

Ach, was sollte das denn? Wie sollte ich dahin und wo sollte ich wohnen?

Da kannte ich nicht mal jemanden. Ich hatte echt keine einzigen Kumpels die im Ausland wohnten.

Oder... Moment, DOCH.

Ich startete den Motor, transformierte mein Handy zum Navi und das Abenteuer ging los.

Mir war bewusst, dass ich zur Schule musste, aber Schwänzen tat mal jeder, was die Anderen konnten, konnte ich schon lange.

Nach harten acht Stunden kam ich am Zielort an. So nervös wie ich grad war, war ich noch nie.

Wieder einmal stand ich vor einer verschlossenen Tür und machte mir Gedanken, schließlich hatten wir Zwei Stress miteinander, mehr oder weniger.

Ich atmete einmal tief ein und aus und klingelte einmal.

'Lass dir schnell was einfallen, sonst stotterst du gleich wieder wie ein verrückter Mongo.'

"Jo bitte?" Kam es von der Sprechanlage.

Total verwirrt und erschrocken sammelte ich erstmal meine Gedanken und antwortete: "Hi, Marco. Hier ist Basti." 

Sofort wurde mir die Tür aufgedrückt und ich konnte zu ihm hoch.

Da ich so super, duper, hyper, fantastisch, abgefahren schlau war, hab ich nicht drauf geachtet, dass er gleich im 1 Stock wohnte, so lief ich erstmal die ganzen Treppen bis in den obersten Stock.

"Basti?" Hörte ich Marco rufen.

Es kam von unten, da wurde auch mir klar, das ich nach unten musste.

Ich raste die Treppen runter und sprang ihn um den Hals.

"Hey, Kleiner. Wie geht es dir?" Er freute sich mich zu sehen, stellte mich ab und betrachtete mich kurz.

"Hallo Marco. Ich komme dich besuchen. Gaaaaaaaaanz spontan." Grinste ich.

"Oh, das ist aber eine Überraschung. Passend zum Valentinstag." Lachte er.

"Ja. Sozusagen." Lachte ich nun auch.

"Ja, wie lang bleibt denn der Herr Wurth bei mir?" Seine Brauen schoßen in die Höhe und er ließ den Blick nicht von mir ab.

"Joa..also, ich wollte eine Woche bleiben." Sagte ich schüchtern und sah zu Boden.

"Es gibt da nur ein kleines Problem." Fing er an.

Na super. Jeder hatte ein Problem mit meinem Besuch.

Ich sah ihn schweigend an und wartete auf seine Antwort.

"Du willst eine Woche hier bleiben? Aber hast keine Sachen dabei?" Grinste er.

Erleichtert atmete ich auf. "Nein, die sind im Auto." Lachte ich.

"Komm, gib mir die Schlüssel, ich hol deine Sachen. Geh schon mal rein und entspann dich von der langen Fahrt." Er klopfte mir auf den Rücken und ging raus.

Yippie yay. Ich hüpfte in seine Wohnung rein ind freute mich grad einfach nur rießig. Hier war es einfach nur toll, es konnte rein gar nichts schief laufen.

Während er an meinem Auto war, sah ich mich in seiner Wohnung um.

"Woaaah." Er hatte ein Wasserbett. "Wie geil." Ich warf mich drauf und blieb liegen.

"Ich bin der König der Welt, wuhuuu." Rief ich und fühlte mich einfach toll.

"Achso, gut zu wissen." Ich erschrack, sprang vom Bett auf und sah einen lachenden Marco vor mir stehen.

"Oh, eh... ich bin hingefallen. Danke, für's holen. Also ...die Sachen." Bedankte ich mich bei ihm.

Zusammen gingen wir in sein Wohnzimmer, ich setzte mich auf die Couch und er ging in die Küche.

"Willst du was essen?" Rief er aus der Küche.

"Ja, bitte." Hungrig latschte ich zu ihm und setzte mich an den Tisch.

Er stellte mir ein Teller mit Spaghetti hin und setzte sich dazu.

"Sag mal, arbeitest du heute nicht?" Fragte ich ihn und fing stürmisch an zu essen.

Er lächelte mich an und schüttelte seinen Kopf. "Nein, heute nicht. Habe heute frei."

"Achsoooo." Ich aß weiter und stopfte alles in mich rein.

"Und deine Eltern wissen, das du hier bist?" Fragte er mich.

Vor Schreck verschluckte ich mich und drohte an einer Spaghetti zu ersticken.

"Oh." Er sprang auf und klopfte mir stark auf den Rücken.

"D-Danke." Er hatte mein Leben gerettet - juhu.

"Iss langsamer. Du hast mir so einen Schrecken eingejagt." Er wuschelte mir durch die Haare und fing an abzuspülen.

Dann klingelte es an der Tür. Oh, er erwartete Besuch? Mist.

Er wischte seine Hände ab und rannte zur Tür, drückte auf und rannte wieder zurück und holte Rosen raus.

"Schatz?" Hörte ich eine Frauenstimme rufen.

"Ja, bin hier." Seine Freundin kam in die Küche, musterte mich mit einem komischen Blick.

"Hallo." Er küsste sie zur Begrüßung und schenkte ihr Rosen.

"Oh, danke." Sie küsste ihn wieder und lächelte kurz, doch dann flüsterte sie ihm irgendwas zu und ich hatte das Gefühl sie würde lästern.

"Das ist mein Kumpel Basti, den kennst du doch. Er wollte mich nur mal besuchen." Lächelte er und sah mich an.

Ich lächelte zurück und sah zu der Freundin, die mich dumm ansah. Hatte die ein Problem mit mir oder warum glotzte die Alte so?

"Hast du keine Schule?" Fragte die mich. Beide sahen mich nun an.

"Nee. Ferien..." mieser Peter, ich musste immer so hässlich lügen.

"Schatz, wenn wir doch heute was essen gehen, lässt du den hier alleine?" Fragte sie ihn, ich hatte es trotz der Lautstärke noch mitbekommen.

"Du kannst mitkommen. Hast du Lust?" Fragte Marco  und strahlte mich an.

Ich nickte und bekam böse Blicke von seiner Ollen zugeworfen.

"Valentinstag, Schatz. Es ist nur für Pärchen. Er hat da nix zu suchen."

Ich konnte sie jetzt schon nicht leiden. Aber wer sich mit mir anlegte, musste mit Krieg rechnen.

Runde 1 kam schneller als gedacht ...

Mittwoch, 13. Februar 2013

26. Bei Fabian

Bei Filipe hielt ich es einfach nicht mehr aus. Er war mir zu anstrengend. Außerdem wollte seine Mama mich bei meinen Eltern verpetzen.

Auf dem Weg zu Fabian wurde ich erstmal von einer roten Ampel aufgehalten.

Die Straße von Hückeswagen nach Wipperfürth war der Horror, ich hasste es, die meisten hier hatten sich ihren Führerschein im Internet ersteigert.

Nach einer halben Stunde kam ich bei Fabians Familie an. Seine Familie war etwas größer, da war ich mir nicht so sicher, ob ich irgendwo da noch Platz finden würde.

Ausgerechnet Fabians Vater öffnete mir die Tür, nachdem ich drei mal, wie gewohnt, geklingelt hatte.

"Eh...Hallo, ehh.. ist Fabian da?" Ich war voll süß, wenn ich schüchtern war, hihi. Was hatte ich für Gedanken? Ich hatte Angst vor mir selbst.

"Moment." Sagte er nur und verschwand drinnen.

Danke, dafür das ich hier draußen stehen durfte - sehr gastfreundlich.

"Oh, Hi Basti. Alles gut?" Strahlte Fabi mich an und lehnte sich an die Tür.

"Du bist doch mein bester Freund ne?" Grinste ich ihn an und wartete auf ein Ja.

"Ähhh, ... ich wusste das du nur vorbeikommst, wenn du irgendwas willst. Also was willst du?" Sein Lächeln verschwand und er sah mich ernst an.

"Neeein, quatsch. Ich besuch dich nur mal so und das für eine ganze Woche. Na? Klingt es toll oder was?" Ich klopfte ihm auf die Schulter und war mir sicher, er hätte nix gegen.

"Moment. Warte. Basti? Wie eine Woche?" Fabian war verwirrt.

Ich stellte meinen Koffer vor mir ab und fuhr mit einer Hand durch meine Haare. Jetzt bitte was schlaues einfallen lassen...

"Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte. Fabi, ich kann nicht nach Hause, bitte, bitte, bitte..." Flehte ich ihn an. Super, schlaues Denken gehörte wohl nicht zu meinen Stärken.

"Hm, ja okay. Aber ich muss erst meine Mutter fragen. Komm erstmal rein und flitz schon in mein Zimmer mit deinem Koffer." Fabi half mir fürs Erste so.

Solang er mit seinen Eltern sprach, ging ich auf Fabis Zimmer und legte meine Sachen dort ab.

Fabian kam eine kurze Zeit später auch nach und sah mich nachdenklich an.

"Wird wohl schwer werden. Sie fragen warum du in der Woche bei mir schlafen willst. Meine Familie hat kein Verständnis dafür." Sein ernstes Gesicht sagte alles.

"Oh toll, sag einfach, das meine Eltern verreist sind." Fiel mir spontan ein.

"Basti, was wenn die bei uns anrufen?" Fragte er mich voller Sorge.

Oh, Fabi war genauso wie seine Mutter, er machte sich immer viel zu viele Sorgen.

"Na komm erstmal mit runter." Er wank mir zu und verließ als Erster das Zimmer.

Wie er wollte, ich folgte ihm nach unten und begrüßte seine Mutter, die Schwester, den Bruder und den Vater hatte ich schon.

Dann startete Fabi wieder eine Konversation mit seinen Eltern, da ich die Sprache nicht verstand, stand ich nur da und grinste dumm in die Runde.

Die hatten schon ein schönes Haus, zwar war es bei Filipe schöner, aber dieser war auch reicher...

Ich wurde aus den Gedanken gerissen, als mir Fabi seinen Ellenbogen in meine Seite gerammt hatte.

"Auuuu." Ich sah ihn blöd an und hielt meine schmerzhafte Stelle.

"Meine Mutter hat dich was gefragt" zischte er und sah mich streng von der Seite an.

"Eh... ja." War meine Antwort. Anstatt nachzufragen was die Frage war. Tja, ich hatte eben das Talent für dumme Antworten.

Fabi klatschte sich die Hand an die Stirn und schüttelte seinen Kopf. Die Mutter sah mich nur verwirrt an und die Schwester kicherte.

Peinlich, peinlich.

"Ich habe gefragt wie lange deine Eltern wegbleiben." Fragte sie erneut.

"Oh, ehh ja .. eh... eine Woche." Lächelte ich sie freundlich an.

"Und sie wissen bei wem du dich aufhälst?" Fragte nun der Vater.

War ich ein Verbrecher? Oder warum kam es mir so vor, als sei ich beim Verhör?

Nickend beantwortete ich auch die weiteren Fragen und irgendwann wurde ich endlich entlassen. Feierabend.

Na Gott sei Dank. Endlich durften wir wieder auf sein Zimmer gehen. Ich freute mich schon drauf mit ihm Fifa zu zocken.

Grinsend hüpfte ich in sein Zimmer rein und drehte mich zu ihm um.

"Na, was machen wir jetzt?" Fragte ich ihn.

Er setzte sich an seinen Schreibtisch, sah zu mir hoch und zog eine Augenbraue hoch.

"Na, ich hoffe du hast deine Schulsachen bei, dann können wir für die Schule lernen." Sagte er und kramte seine Sachen raus.

Mir klappte das Kinn herunter. Was bitte?

"Dein Ernst? Fabian???? Lass uns mal lieber zocken!" Ich schlug sein Buch zu und legte ihm das Spiel auf den Tisch.

"Sebastian, nein! Wir lernen jetzt." Das war sein letztes Wort.

Na dann. Er widmete sich seinen Aufgaben und ich legte mich hin und spielte mit meinem Handy.  Er hatte doch einen Knall. Ich lerne doch nicht an freien Tagen? So ein Spinner.

Um Punkt 18 Uhr klingelte Fabians Wecker. Ich lachte auf.

"Eh? Dein Wecke klingelt aber früh!" Ich musste ihm immer wieder einen Spruch reindrücken.

"Abendessen." Sagte er, stand auf und forderte mich auf ihm zu folgen.

Für sowas machte er sich einen Wecker? Er war doch vollkommen bescheuert.

Alle setzten sich an einen Tisch und fingen an zu essen. Bei ihnen war es so komisch. Die sagten kein Wort beim Essen.

Das klang nur allzu nach einem Streich. Das durfte ich mir einfach nicht entgehen lassen.

Grinsend zog ich mein Handy raus, natürlich unauffällig und schrieb Fabi eine SMS mit dem Inhalt: "Achtung, hinter dir ist eine FETTE Spinne :-("

Verschickt. Es blieb nur noch die Reaktion abzuwarten.

"AHHHHH." Er sprang auf und kippte dabei fast den Tisch um.

Seine Eltern guckten ihn wütend an. Und ich konnte nicht mehr vor Lachen.

"Entschuldigung." Entschuldigte er sich und sah mich sauer an.

Das war ein geiler Abend. Nun mussten wir uns Bettfertig machen.

Ich schlief bei Fabi mit, da er zwei Betten hatte, der Bruder schlief solange woanders.

"Gute Nacht, Fabiii. Lass dich nicht von Spinnen anmachen." Lachte ich.

"Halt deine Fresse." Er machte das Licht aus und der Spaß war vorbei.

Die Nacht war sehr schön, ich schlief wie ein Baby. Babys hatten es einfach am Besten.

Ein lautes Klingeln weckte mich, ich drehte mich seufzend auf die andere Seite und versuchte weiterzuschlafen.

"Basti, steh auf." Flüsterte Fabi mir zu.

"Hm?" Verschlafen öffnete ich meine Augen und wagte einen Blick auf die Uhr.

BITTE WAS? 5 UHR MORGENS?!!!

"Fabi, wir haben 5 Uhr Morgens! Schlaf weiter." Ich verdrehte die Augen und versuchte wieder zu schlafen.

"Ich weiß. Zeit um Joggen zu gehen ! Hallo?" Er zog meine Decke weg und forderte mich aufzustehen.

Was für Joggen????? Niemals im Leben. Nur über meine Leiche!!!

Sonntag, 10. Februar 2013

25. Bei Filipe

Was tat ich hier eigentlich? Anstatt Zuhause im warmen Bettchen zu liegen, saß ich hier auf einer kalten Bank und fror mir alles ab.

Ich könnt ja wieder nach Hause, aber irgendwie wollte ich auch nicht.

Wer würde mich gerne aufnehmen? Erster Gedanke: Filipe !

Auf zu ihm. Obwohl es schon ziemlich spät war. Ich hatte immer die besten Timings. Also machte es nichts.

Ich stieg ins Auto und fuhr zu ihm. Meine Eltern würden mich bei ihm als erstes suchen. Aber ich würde mir schon was einfallen lassen.

Irgendwas mit 4 Uhr Morgens war es mittlerweile und ich stand hellwach und topfit vor Filipes Tür.

Ich klingelte einmal....

Okay, ich klingelte ein zweites Mal.

Drittes, viertes, fünftes, zehntes, dreißigstes.

"Alter, geht's dir noch gut?" Öffnete er endlich die Tür und sah mich verschlafen an.

"Hi." Ich sah ihn ebenfalls an.

"Ja was willst du, man? Auf die Uhr geguckt?" Fragte er mich und ich zuckte mit den Schultern.

"Keine an und Handy ist in der Tasche, meine Hände sind eingefroren, kann es grade nicht rausholen." Erklärte ich ihm.

"Ja bist du jetzt nur hier, weil du wissen willst wie spät es ist?" Filipe verstand die Welt nicht mehr. Ich ihn auch nicht.

"Du hast von der Zeit gesprochen, nicht ich. Eigentlich bin ich hier um zu fragen ob ich bei dir wohnen kann? Ich zahle auch die Miete und Essen kaufe ich mir selber." Ich hatte Style und das Geld.

Filipe riss seine Augen weit auf und sah mich an, als wäre ich ein nicht existierendes Pokemon.

"Spinnst doch. Warum bei mir? Du hast ein Zuhause." Er verschränkte die Arme und sah mich schief an.

"Ich hab keine Lust nach Hause zu gehen. Bin doch deswegen abgehauen." Wurde ich nun genauer.

"Was? Dir ist schon klar, das deine Eltern zuerst bei uns fragen werden. Kannst du vergessen, wenn meine Mutter davon erfährt, die kriegt die Krise, die wird dich an der Hand zu deiner Tür führen." Nickte er.

"Ja was soll ich sonst machen? Zu Fabi kann ich nicht, sein Vater ist streng. Vor dem habe ich Angst!" Toll, keiner konnte mir helfen.

"Er ist nicht streng. Ich wäre auch sauer, wenn du mein Waschbecken kaputt machen würdest. Ich hab ihn da vollkommen verstanden." Fing er das Thema nun wieder an, es war schon Jahre her.

"Ich hab mich doch nur draufgesetzt, kann ich da was für, wenn es nicht stabil ist? Da war ich 14..."

"Du warst 17 und warst besoffen." Verbesserte mich Mr.Right.

"Von mir aus. Kann ich jetzt zu dir?"  Fragte ich ihn erneut.

"Ja, komm rein. Aber wenn deine Eltern hier morgen auftauchen und denken ich hätte dich gezwungen hierhin zu kommen, ..."

"Ich sag' die Aliens haben mich entführt." Unterbrach ich ihn.

Filipes Zimmer war riesig, da konnten locker 10 Leute schlafen. So ein Zimmer hatte ich mir auch schon immer gewünscht. Als wir beide 5 waren haben wir hier immer Fußball gespielt. War schon eine geile Zeit.

Seine Couch war genauso groß wie sein Bett, da konnte ich schlafen - das bot er mir nämlich an.

Er ging kurz ins Nebenzimmer um Bettwäsche zu holen. Und mir viel auf, das ich mein Ladegerät Zuhause gelassen habe, verdammt.

"Hier." Er warf mir die Sachen entgegen, die ich natürlich nicht auffangen konnte.

"Danke dir." Ich hob die Bettwäsche auf und deckte die Couch.

So konnte ich jetzt endlich auch mal schlafen. Da wir morgen frei hatten, konnte ich wieder ausschlafen. Das gute an Filipe war, das er auch immer bis Abends schlief. Im Gegensatz zu Fabi, der war schon immer um neun Uhr wach und ging joggen.

Filipe machte das Licht aus, wünschte mir eine gute Nacht und legte sich schlafen.

Mir war nicht danach, mir war langweilig und ich hatte Hunger.

"Pst, Filipe....Filipe,Filipe,Filipe,Filipe..."

"WAS MAN?"  Da reagierte er aber früh.

"Sei nicht so laut. Ich wollte dich nur was fragen." Mein Magen knurrte schon, also müsste er eigentlich wissen was ich grade von ihm wollte.

"Was ist?" Okay, so schlau war er nicht.

"Machst du mir zwei Toast?" Fragte ich nett.

"Du hast sie nicht mehr alle. Schlaf bitte. Morgen kannst du 100 Toasts haben, aber bitte lass mich jetzt schlafen." Antwortete er genervt und ließ mich hungrig einschlafen.

Am nächsten Morgen/Tag wachte ich als erster auf. Filipe schlief noch.

Ich warf einen Blick auf mein Handy, das Erste was ich sah war "Akku fast leer.", das Zweite 267 verpasste Anrufe. Hilfe, also wenn es nicht Mama war, dann wusste ich auch nicht.

Ich checkte es schnell ab. Ja : Mama, Mama, Mama, Mama, Mama, Papa, Papa, Papa, Papa, Papa, uh Florian, Mama, Mama. Okay und so weiter.

Mir war langweilig. Ich warf Filipe mit einem Kissen ab, worüber dieser sich mal wieder am aufregen war.

"Musste das sein?" Nuschelte er genervt vor sich hin.

"Hae? Was?"

Die Tür ging auf und Filipes Mama kam rein.

"Basti du bist ja bei uns. Deine Eltern haben grade hier angerufen und gefragt ob du hier seist, das wusste ich nicht und habe nein gesagt. Ich muss sie dann wieder anrufen."

"Nein!!! Bitte !!!" Ich sprang von der Couch auf und versuchte sie davon abzuhalten. "Ich will nicht das sie wissen wo ich bin."

"Sebastian, es sind deine Eltern. Die machen sich bestimmt große Sor-.."

"Mama, mach mir Müsli." Unterbrach Filipe sie.

"Filipe, mach sie dir selber. Ich muss zur Arbeit!" Sie ging runter und machte sich für die Arbeit fertig.

"Mach mir Müsli." Forderte mich Filipe dazu auf. Tz, wie sah ich denn aus?

"Mach die dir selbst, wie deine Mama es schon gesagt hat." Grinste ich und ging ins Bad.

Nachdem ich mich frisch gemacht hatte, ging ich runter in die Küche.

"Mama? Du fährst doch zur Arbeit? Fahr mal schnell nach Lidl und kauf Milch." Rief Filipe, er saß am Tisch und sah die leere Milch an.

"Hol die dir selbst! Ich bin spät dran. Tschüss bis nachher." Sie verließ das Haus und ließ Filipe verhungern. Richtig so, er war viel zu faul.

"Hol mir meine Milch." Ey, warum immer ich?

"Filipe? Der nächste Lidl den ich kenne ist in Wipperfürth." Ich setzte mich an den Tisch und sah ihn an.

"Kannst mein Auto haben, aber denk dran, nicht zu lange in der Sonne stehen lassen, nicht irgendwo vergessen und beeil dich damit ein bisschen. Tschö."

"Redest du von der Milch? Es ist nur eine Milch, Filipe." Lachte ich.

"Ich rede von meinem Auto." Sagte er ernst.

Man, er war heute richtig mies drauf. Machte so keinen Spaß.

"Du spinnst. Meine Mama geht da immer einkaufen. Was wenn die mich sieht?" Das hätte ich ja fast vergessen.

"Ehm, ja. Ihr Kind ist verschwunden und was macht sie? Sie geht erstmal einkaufen. Sebastian? Fahr bitte." Er hatte recht.

So ließ ich mich breitschlagen und fuhr mit Filipes Auto einkaufen.

Er hatte mir 5€ mitgegeben und wollte das ich ihm gleich 3 Packungen Milch kaufe. Spinner.

Und wie erwartet, bei meinem Glück traf ich auf meinen Vater. Zum Glück hatte er mich nicht gesehen. Ich versteckte mich hinter einem Regal und wartete bis er ging.

Warum war er ausgerechnet jetzt hier? Schnell lief ich zur freien Kasse rüber und wartete bis die Kassiererin endlich die Sachen einscannte, die arbeitete aber auch wie eine Schnecke.

"Geht es nicht etwas schneller?" Ich hatte einfach zu große Angst gesehen zu werden.

"Ist ja schon gut. 1,62€ bitte." Sie redete sogar genauso langsam.

"Hier..." ich gab ihr die 5€ und sie fing auch noch so langsam an das Rückgeld rauszugeben.

Nachdem ich "freundlich" das Geld erhalten hatte, raste ich aus dem Supermarkt raus und stieg ins Auto ein.

Man, vom ganzen Matsch waren die Reifen dreckig geworden. Naja. Was solls.

Als ich bei Filipe ankam, dauerte es wieder bis mein bester Freund mir die Tür öffnete.

"Oh Hi. Warum hat es so lange gedauert?" Er nahm mir eine Milch ab und ging in die Küche.

"Ja, nimm ruhig nur eine Milch ab. Die zwei anderen kann ich selbst tragen." Ärgerte ich mich über ihn.

"Sind ja nur zwei." Kam aus der Küche und ich bekam grad die Anfälle meines Lebens.

"Puh, ich bin fertig. Rate mal wen ich dort gesehen hab?" Erschöpft und außer Atem, setzte ich mich an den Tisch und sah Filipe an.

"Wo?" Fragte er blöd, als er sich das Müsli in eine Schüssel kippte, die schon bis über dem Rand voll war.

"Lidl, Filipe. Lidl." Antwortete ich seufzend.

"Wie viel kostet die Milch eigentlich?" Fragte er mich, obwohl ich ihn was gefragt hatte, hmph. Ich rastete innerlich aus.

"0,54€. Das Rückgeld liegt in deinem Auto. Aber ey, ich hab dich was gefragt?" Erinnerte ich ihn.

"Hö, wos denn?" Fragte er mich mit vollem Mund.

"Ich hab meinen Vater gesehen. Zum Glück hat er mich nicht gesehen, sonst wär ich des Todes."  Erzählte ich ihm und konnte immer noch nicht fassen was für ein Glück ich hatte.

"Wo hast du ihn gesehen?" Er konnte froh sein, das er mein bester Freund war, sonst hätte ich ihm längst eine reingehauen.

"Vergiss es bitte einfach." Ich stand auf und ging meine Jacke aufhängen.

"Warte." Er rannte in den Flur, zog sich seine Jacke an und zog mich am Arm hinter sich her.

"Ich wollte nur mein Geld holen... EY NE? WAS IST DAS? MEIN AUTO!!" Er sah wie versteinert das Auto an.

"Filipe was? Ich... ich hab doch nix gemacht? Ich ... ehrlich, Filipe, was ist da denn?" Ich bekam Panik, obwohl ich wusste, das ich nix gemacht hatte.

"Guck dir die Reifen an!!!" Ein Witz?

"Willst du mich verarschen, Filipe? Es sind nur reifen, meine sehen doch auch so aus. Geh ins Wachsalon und wasch die da." Ich verdrehte die Augen.

"Nö, bin sauer." Er schmollte und drehte sich weg.

Katastrophe. Ich musste weg.

"Filipe ich geh zu Fabi." Ich ging in sein Zimmer, packte meine Sachen und ging zu Fabi.

Also bei Filipe hielt ich es nicht länger aus. Mal sehen was bei Fabi gehen wird...