Donnerstag, 14. Februar 2013

27. Valentinstag? Nicht mit mir.

Für die, die jetzt erst hier angefangen hatten zu lesen: Mein Name ist Sebastian Wurth und ich war von Zuhause abgehauen, erst war ich bei Filipe, dann bei Fabian - beide Aufenthaltsorte waren daneben.

Da saß ich wieder dumm in meinem Auto und dachte nach. Wohin nun mit mir? Hier war es einfach zu gefährlich.

Hm, wo wäre es wohl am besten, wo würden mich meine Eltern nicht finden?
Genau - Auf nach Australien.

Ach, was sollte das denn? Wie sollte ich dahin und wo sollte ich wohnen?

Da kannte ich nicht mal jemanden. Ich hatte echt keine einzigen Kumpels die im Ausland wohnten.

Oder... Moment, DOCH.

Ich startete den Motor, transformierte mein Handy zum Navi und das Abenteuer ging los.

Mir war bewusst, dass ich zur Schule musste, aber Schwänzen tat mal jeder, was die Anderen konnten, konnte ich schon lange.

Nach harten acht Stunden kam ich am Zielort an. So nervös wie ich grad war, war ich noch nie.

Wieder einmal stand ich vor einer verschlossenen Tür und machte mir Gedanken, schließlich hatten wir Zwei Stress miteinander, mehr oder weniger.

Ich atmete einmal tief ein und aus und klingelte einmal.

'Lass dir schnell was einfallen, sonst stotterst du gleich wieder wie ein verrückter Mongo.'

"Jo bitte?" Kam es von der Sprechanlage.

Total verwirrt und erschrocken sammelte ich erstmal meine Gedanken und antwortete: "Hi, Marco. Hier ist Basti." 

Sofort wurde mir die Tür aufgedrückt und ich konnte zu ihm hoch.

Da ich so super, duper, hyper, fantastisch, abgefahren schlau war, hab ich nicht drauf geachtet, dass er gleich im 1 Stock wohnte, so lief ich erstmal die ganzen Treppen bis in den obersten Stock.

"Basti?" Hörte ich Marco rufen.

Es kam von unten, da wurde auch mir klar, das ich nach unten musste.

Ich raste die Treppen runter und sprang ihn um den Hals.

"Hey, Kleiner. Wie geht es dir?" Er freute sich mich zu sehen, stellte mich ab und betrachtete mich kurz.

"Hallo Marco. Ich komme dich besuchen. Gaaaaaaaaanz spontan." Grinste ich.

"Oh, das ist aber eine Überraschung. Passend zum Valentinstag." Lachte er.

"Ja. Sozusagen." Lachte ich nun auch.

"Ja, wie lang bleibt denn der Herr Wurth bei mir?" Seine Brauen schoßen in die Höhe und er ließ den Blick nicht von mir ab.

"Joa..also, ich wollte eine Woche bleiben." Sagte ich schüchtern und sah zu Boden.

"Es gibt da nur ein kleines Problem." Fing er an.

Na super. Jeder hatte ein Problem mit meinem Besuch.

Ich sah ihn schweigend an und wartete auf seine Antwort.

"Du willst eine Woche hier bleiben? Aber hast keine Sachen dabei?" Grinste er.

Erleichtert atmete ich auf. "Nein, die sind im Auto." Lachte ich.

"Komm, gib mir die Schlüssel, ich hol deine Sachen. Geh schon mal rein und entspann dich von der langen Fahrt." Er klopfte mir auf den Rücken und ging raus.

Yippie yay. Ich hüpfte in seine Wohnung rein ind freute mich grad einfach nur rießig. Hier war es einfach nur toll, es konnte rein gar nichts schief laufen.

Während er an meinem Auto war, sah ich mich in seiner Wohnung um.

"Woaaah." Er hatte ein Wasserbett. "Wie geil." Ich warf mich drauf und blieb liegen.

"Ich bin der König der Welt, wuhuuu." Rief ich und fühlte mich einfach toll.

"Achso, gut zu wissen." Ich erschrack, sprang vom Bett auf und sah einen lachenden Marco vor mir stehen.

"Oh, eh... ich bin hingefallen. Danke, für's holen. Also ...die Sachen." Bedankte ich mich bei ihm.

Zusammen gingen wir in sein Wohnzimmer, ich setzte mich auf die Couch und er ging in die Küche.

"Willst du was essen?" Rief er aus der Küche.

"Ja, bitte." Hungrig latschte ich zu ihm und setzte mich an den Tisch.

Er stellte mir ein Teller mit Spaghetti hin und setzte sich dazu.

"Sag mal, arbeitest du heute nicht?" Fragte ich ihn und fing stürmisch an zu essen.

Er lächelte mich an und schüttelte seinen Kopf. "Nein, heute nicht. Habe heute frei."

"Achsoooo." Ich aß weiter und stopfte alles in mich rein.

"Und deine Eltern wissen, das du hier bist?" Fragte er mich.

Vor Schreck verschluckte ich mich und drohte an einer Spaghetti zu ersticken.

"Oh." Er sprang auf und klopfte mir stark auf den Rücken.

"D-Danke." Er hatte mein Leben gerettet - juhu.

"Iss langsamer. Du hast mir so einen Schrecken eingejagt." Er wuschelte mir durch die Haare und fing an abzuspülen.

Dann klingelte es an der Tür. Oh, er erwartete Besuch? Mist.

Er wischte seine Hände ab und rannte zur Tür, drückte auf und rannte wieder zurück und holte Rosen raus.

"Schatz?" Hörte ich eine Frauenstimme rufen.

"Ja, bin hier." Seine Freundin kam in die Küche, musterte mich mit einem komischen Blick.

"Hallo." Er küsste sie zur Begrüßung und schenkte ihr Rosen.

"Oh, danke." Sie küsste ihn wieder und lächelte kurz, doch dann flüsterte sie ihm irgendwas zu und ich hatte das Gefühl sie würde lästern.

"Das ist mein Kumpel Basti, den kennst du doch. Er wollte mich nur mal besuchen." Lächelte er und sah mich an.

Ich lächelte zurück und sah zu der Freundin, die mich dumm ansah. Hatte die ein Problem mit mir oder warum glotzte die Alte so?

"Hast du keine Schule?" Fragte die mich. Beide sahen mich nun an.

"Nee. Ferien..." mieser Peter, ich musste immer so hässlich lügen.

"Schatz, wenn wir doch heute was essen gehen, lässt du den hier alleine?" Fragte sie ihn, ich hatte es trotz der Lautstärke noch mitbekommen.

"Du kannst mitkommen. Hast du Lust?" Fragte Marco  und strahlte mich an.

Ich nickte und bekam böse Blicke von seiner Ollen zugeworfen.

"Valentinstag, Schatz. Es ist nur für Pärchen. Er hat da nix zu suchen."

Ich konnte sie jetzt schon nicht leiden. Aber wer sich mit mir anlegte, musste mit Krieg rechnen.

Runde 1 kam schneller als gedacht ...

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