Montag, 25. Februar 2013

29. Meine Freundin - Max

Ein neuer Tag, ein neues Kapitel. Da ich ein positiver und fröhlicher Mensch war, war ich schon am frühen Morgen gut gelaunt.

"Hello world." Begrüßte ich Marco, der müde und angepisst am Tisch saß und mich erfolgreich ignorierte.

"Sehr gesprächig heute." Ich setzte mich an den Tisch, schnappte mir ein Brötchen und betrachtete es.

Wo war Nutella? Wo war mein Orangensaft? Und wo blieben meine Erdbeeren?

"Was ist ?" Fragte mich Marco, er war endlich geistig anwesend - hurra.

"Wie soll ich mein Brötchen essen?" Fragte ich ihn und hielt das Brötchen hoch in die Luft.

"Wie man es halt isst?" Bekam ich eine patzige Antwort zurück.

"Habt ihr in Österreich Nutella? Oder verhungert ihr hier?" Er sah mich sauer an und tauschte mein Brötchen durch ein Apfel aus.

"Obst, das ist das Richtige für dich. Ich glaube Schokolade tut deiner Figur nicht gut." Frech wurde er auch noch. Unverschämtheit.

"Friss es selbst." Ich hatte Bedürfnisse und ich wollte mein Nutella-Brötchen.

Der Apfel kullerte den Tisch entlang und ich begab mich auf die Couch, auf der ich mich ausbreitete. Der Fernseher lief bereits, also zog ich mir irgendeine Sendung rein, von der ich nur 3-4 Wörter verstand.

"Ich hau ab." Er packte seine Tasche und machte sich ausgehbereit.

"Wohin mit dir, alter Mann?" Fragte ich ihn.

Und bekam irgendein gemurmeltes "auf die Arbeit" nachgeworfen.

Mir war langweilig. So entschied ich mich auch Arzt zu werden.

"Okay, ich komme mit." Ich sprang auf und rannte ins Zimmer.

"Nein? Ich geh arbeiten und nicht auf den Spielplatz." Wie arrogant  von ihm.

"Zu deiner Interesse, ich komme mit, weil ich arbeiten will." Antwortete ich und versuchte schlau zu klingen. Ärzte mussten doch schlau sein.

Er verdrehte die Augen und versuchte mich daran zu hindern. Er wollte mich nur nicht dabei haben, dabei war ich ein toller Arzt. Also, ich konnte Pflaster aufkleben, telefonieren und Leute beraten.

"Sebastian, nein! Ich habe einen Notfalldienst im OP-Zentrum in der Tierklinik. Das ist nicht mein Gebiet, aber ich muss dabei sein. Du bleibst hier." Alles was ich verstanden hatte war : Sebastian.

"Ja ich bin fertig. Lass uns gehen." Mit meinem Rucksack stand ich schon im Treppenhaus und wollte los.

"Versau es mir bloß nicht!!" Zischte er, schloß die Tür ab und ging runter, gefolgt von mir.

"Come and drive with my car, yeah, drive with my car.."

"Halt bitte deinen Mund!!!" Sagte ein strenger Marco, er starrte auf die Straße und fuhr langsam wie eine Schnecke.

Am liebsten würde ich jetzt aufs Gas drücken, Fenster auf und laut brüllen, dass ich der König der Welt bin.

"Wir sind da, du C Promi." Marco hatte mich soeben beleidigt.

"Erinner mich dran dich anzuzeigen wenn wir zu Hause sind, Opa." Ich steigte aus dem Auto und folgte dem Egoisten.

Das OP-Zentrum war groß und voll mit verletzten Tieren, die ich am liebsten alle mitnehmen würde.

"Herr Angelini, gut das Sie da sind. Kommen Sie mit." Sagte eine unfreundlich aussehende Krankenschwester.

Wir folgten ihr in das Sprechzimmer und standen an der Liege auf der eine kleine Katze lag.

"Sie braucht eine Impfung." Stellte die Krankenschwester fest und bemerkte mich nun auch.

"Hi." Ich begrüßte sie mit einem Peace Zeichen und bekam Marcos Ellebogen in meine Rippen.

"Benimm dich jetzt!" Murmelte er und funkelte mich böse an.

"Wer ist das?" Fragte sie und sah zu Marco.

"Das ist mein Praktikant." Sagte er leise.

"Hö? Nein man." Jetzt trat er mir auf den Fuß.

"Halt den Mund, verdammt !" Wütend sah er mich an.

Ich verdrehte meine Augen und verschränkte meine Arme. Mir war langweilig. Hätte ich mir doch lieber diese Österreichischen Sendungen reingezogen.

Nach 3 Stunden waren wir fertig und durften fahren.

Vor dem Auto wurde ich direkt doof angemacht. Marco musste mich immer grundlos dumm machen.

"SIEH MAL EINE BABYKATZE!" rief ich und zeigte auf eine kleine Katze die vor dem Auto saß.

"Hörst du mir eigentlich zu?" Fragte er mich sauer.

"Nö." Ich ging ein paar Schritte auf die Katze zu und sie kam mir entgegen. "Du kleines Baby, kleines süßes Baby." Da ich nicht anders konnte, musste ich sie auf den Arm nehmen.

"Die gehört bestimmt einem Patienten da." Sagte der allwissende Marco.

"Entschuldigung?" Fragte ich einen Passanten. "Ist es Ihre Katze?"

"Nein." Antwortete der Mann und ging weiter.

"Nein, da hast du es gehört. Wir nehmen es mit." Er schüttelte klar den Kopf.

"WIR NEHMEN ES MIT !!!!!!!!!" Brüllte ich.

"Ja okay!!!! Steig ein und wenn du dich nicht drum kümmerst, schmeiß ich dich raus." Sagte er sauer und zwang mich einzusteigen.

"Steig ein Max, wir fahren nach Hause." Ich stieg ein  mit der Katze auf meinem Schoß und schnallte uns an.

"Du weißt schon, dass es eine Sie ist." Der Schlaue hatte gesprochen. Er fuhr los und lachte mich aus.

"Na und? Es gibt keine weibliche Form von Max. Also heißt die jetzt Max." Bam, in sein face.

Er schüttelte den Kopf und seufzte laut auf.

Max war jetzt meine aller beste Freundin, sie war so süß, schlief sogar auf meinem Arm ein. Wenn Marco die verjagt, dann wird der es bereuen.

Aber nein, es musste immer alles anders kommen.

Wenn ich wüsste, das es so kommen würde, wäre ich niemals hierhin gekommen...

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