Dienstag, 1. Januar 2013

21. Du nennst dich Fan. Ich nenn' dich Stalker

Nach einem wunderschönen Ende des Jahres 2012, begann der Morgen danach mit dicken Kopfschmerzen und Übelkeit. Hatte ich etwa doch zu viel getrunken?

Meine Eltern saßen in der Küche und waren in ihrem Element. Mein Vater las seine Zeitung und meine Mutter räumte die Küche auf. Dabei unterhielten sie sich nicht mal.

"Morgen" murmelte ich vor mich hin, mich schien keiner gehört zu haben.

So schleppte ich mich zum Tisch, setzte mich hin und legte meinen Kopf auf die Tischplatte. Er fühlte sich so schwer an. Ich war immernoch müde und draußen gab es tatsächlich noch dumme Kinder, die immernoch mit den Böllern rumspielten!!!!

"Guten Morgen, Sohn. Wie war die Feier? Siehst topfit aus." Mein Vater war ein sehr ironischer Mensch.

"Mhm" war meine Antwort auf seine tausend Fragen.

"Nette Antwort!" Er widmete sich wieder der Zeitung und ließ mich zum Glück in Ruhe.

"Pfannkuchen oder Brötchen? Was willst du essen, Basti?" Mama sah mich an und ich sah mir den Teller mit den Pfannkuchen an, obwohl ich die nicht wollte.

"Ähh... ne, will nix." In Zeitlupe stand ich von meinem Stuhl auf und ging Richtung Wohnzimmer. Die Couch stand so perfekt da, einfach zum draufwerfen.

"Hase? Bringst du bitte den Müll raus?" Fragte meine Mama lieb, während sie vor der Tür stand und den Müllsack hielt.

Oh man, warum ich ? Ich zog mir noch schnell eine Jacke drüber, als ich im Flur war, nahm den Müll und schlenderte runter.

Als ich den weggebracht hatte, ging ich wieder zurück, ich wollte nur eins : Fifa ! Und schlafen !

Doch daraus wurde nix, denn es wartete ein Fan auf mich draußen. Kein Problem, die eine Person konnte ich doch nicht so lange draußen warten lassen.

"Hey, frohes neues Jahr, Basti" begrüßte sie mich nett.

Ich musste kurz lächeln, wünschte ihr dasselbe und umarmte sie kurz.

Kurz war gut, sie wollte mich garnicht erst loslassen.

"Und was hast du heute so vor?" Ich versuchte nett und glücklich auszusehen, obwohl ich jetzt am liebsten einschlafen würde.

"Nichts besonderes und du? Ich wollte dich heute unbedingt sehen." Sie kicherte. Ihr Kichern war schon schräg.

"Auch nicht viel. Ähm, machen wir dann ein Foto?" Fragte ich sie.

"Ich will gleich fünf." Okay, eine Menge was sie da wollte.

"Okaaay." Ich musste kurz lachen, dann stellte ich mich neben sie und sie machte mit ihrem Handy selfmade Fotos.

"Danke dir, Basti. Du bist voll toll. Guck mal, ist das Bild nicht schön?" Sie zeigte mir eins von den Bildern.

Ich nickte und lächelte erneut. Sie lächelte auch und sah dann zu Boden.

"Was hast du?" Bestimmt hatte ich was falsches gesagt, dabei hatte ich nix gesagt. Die Frauen - waren immer schon alle kompliziert.

"Ich bin voll hässlich." Sagte sie und drehte sich weg.

Moment? Wollte sie nur Komplimente haben ? Oder war das ihr ernst?

"Du bist doch nicht hässlich, ich finde du bist ein nettes gut aussehendes Mädchen, ehrlich." Ich wollte nett sein und sie zum Lächeln bringen.

"Dankeschön, Basti." Sie umarmte mich plötzlich und ich hatte das Gefühl ich würde ersticken.

"Okay......okay..okay. Gerne." Ich löste mich aus der Umarmung und klopfte ihr auf den Rücken.

Gerade als ich mich von ihr verabschieden wollte, kam Filipe mich besuchen.

"HALLO NACHBAR!" wie es aussah war er immernoch voll.

"Pscht, schrei nicht so rum. Außerdem sind wir keine Nachbarn, du Spinner ! " ich lachte und begrüßte ihn.

"Was geht heute? Gehen wir an die Bever? Bisschen schwimmen?"  Er war doch krank im Kopf.

"Filipe? Es ist kalt ! Du spinnst." Er kam echt auf Ideen.

"Man, ich gebe mir voll die Mühe mir was auszudenken. Naja, egal. Dann machen wir eben morgen was." Filipe war schon immer so dumm, das wunderte mich also nicht.

Ich verabschiedete mich also noch von beiden und marschierte ins Haus. Es war verdammt kalt draußen.

Zum Glück hatte ich die Kamin-App, es war zwar immer noch so kalt wie vorher, aber ich stellte mir vor wie es wäre einen Kamin zu haben.

Den halben Tag verbrachte ich damit nichts zu tun. Ich spielte nur Fifa, bis es mir dann langweilig wurde.

Abends hing ich noch kurz bei Facebook, wollte auch schon wieder raus, doch ich wurde von einer erhaltenen Nachricht daran gehindert.

Filipe: Hi Bruder :-)

Ich: Na, alles klar? ;)

Filipe: like meinen Status, bitte ^^

Ich: halt die Fresse :D likegeil?  Kein Bock.

Filipe: ich hab geschrieben morgen mcdonalds mit bruder und hab dich markiert.

Ich: danke, das ich es erst durch Facebook erfahre :D

Filipe: bruder? Mich hat eine geaddet, die kenn ich vom Sehen irgendwoher... die heißt Anja Gehtdichnixan, ne ganz coole. Die liket meine ganzen Fotos und meinen Status.

Ich: Hm, Anja? Kenn ich nicht.

Filipe: die hat mir geschrieben was wir morgen so machen. Ich hab die gefragt wer die ist. Die meinte die kennt mich vom sehen her.

Ich: lösch die, wenn du die nicht kennst.

Filipe: nö, ich will mehr Freunde :-D

Ich: tschö, bis morgen, likegeiler ;)

Filipe: morgen 15:30 Uhr, ciao bye

Richtig übermüdet und schlecht gelaunt ging ich ins Bett, ich liebte die Ferien. Vorallem das Ausschlafen.

Am nächsten "Morgen" schlief ich auch richtig aus, als ich auf die Uhr sah, fiel ich fast aus dem Bett, wir hatten 15:28 Uhr. Wie sollte ich es denn bitte schaffen in 2 Minuten bei McDonalds zu sein. Keine Chance.

Ich versuchte sofort Filipe zu erreichen und gerade da ging die Mailbox an.

"Fil, bitte meld dich bei mir, ich komme etwas später." Ich sprach ihm auf die Mailbox und rannte schnell ins Bad.

Nach dem Duschen rannte ich ins Zimmer, zog mich um, schnappte mir mein Handy, meine Autoschlüssel und raste raus.

16:05 Uhr. Verdammt. Ich war viel zu spät.

Jetzt sprang auch noch mein Auto nicht an. Das durfte alles nicht wahr sein.

Nach einer viertel Stunde hatte ich es dann doch noch geschafft und fuhr los. Und an jeder Ampel blieb ich stehen, an jeder Ampel war rot.

Ich war kurz vor'm Durchdrehen. Heute war nicht mein Tag. Ich ahnte es.

Mit einer fetten Verspätung, kam ich doch noch heil und schlecht drauf an.

Ich betrat das Fast Food Restaurant und sah mich nach meinem besten Freund um, wurde auch zum Glück fündig.

"Filipe!!!!" Ich setzte mich zu ihm an den Tisch und schnappte tief nach Luft.

"Hi." Sagte er kalt und drehte sich weg.

"Sorry, ich hab so viel Stress heute Morgen gehabt, glaub mir. Es tut mir leid." Entschuldigte ich mich bei ihm, es tat mir auch wirklich leid.

"Okay, schon gut." Er zuckte mit den Schultern und aß seine Pommes weiter.

"Bin gleich da, ich hol mir nur eine Cola." Nachdem ich mir eine Cola gekauft hatte, die mittlerweile unverschämte 1,19€ kostete, ging ich zurück an den Tisch und mir fiel fast der Becher aus der Hand, als ich sah wer noch an unserem Tisch saß.

"Hi, Basti." Das war das eine Mädchen von gestern, woher wusste die das ich hier war? Vielleicht nur ein Zufall, na die hatte Glück.

"Ich wusste das du hier bist." Sie kicherte wieder.

HALLO? Privatsphäre? Woher wusste die das denn?

"Filipe hat es doch gepostet." Sie grinste Filipe an und dieser verschluckte sich an seinem Essen.

"Du warst das?" Fragte er sie geschockt.

Sie nickte nur und sah mich wieder an. Okay, das war aber mal echt strange.

"Du siehst anders aus als auf deinen Bildern. Gut bearbeitet." Grinste er zurück, sie warf ihm den Todesblick zu, doch er ignorierte diesen gekonnt.

"Ehmmmm, ja. War schön dich wieder gesehen zu haben.... ehm...wir müssen dann weiter." Ich lächelte sie noch an, zog Filipe am Arm hoch und verließ mit ihm das Lokal.

"Spinnt die? Lösch die, sofort Filipe ! Die kann uns doch nicht überall hin folgen." Ich fand das alles langsam nervig. So etwas konnte sie nicht bringen.

"Ach, chill Bruder. Sie war bestimmt nur in der Nähe und hat es dann gelesen, dachte sich bestimmt sie kann auch mal vorbeischauen." Versuchte Filipe mich von seiner Meinung zu überzeugen.

Doch ich war fest davon überzeugt, dass sie mit Absicht da war.

Naja, immerhin war ich jetzt mit Filipe unterwegs, wir waren noch was trinken gegangen und dann fuhren wir noch mit meinem Auto rum.

War ein sehr angenehmer Abend. Filipe hatte mich auf andere Gedanken gebracht.

Spät am Abend kam ich zuhause an, brachte die Post mit rein, zog mir im Flur die Schuhe und die Jacke aus, wollte von da aus auch direkt in mein Zimmer.

"Basti, kommst du mal bitte?" Rief mich meine Mutter.

Seufzend ging ich ins Wohnzimmer. Warum mussten wir Abends immer irgendwelche Gespräche führen?

Da war ich nun, im Wohnzimmer und ich traute meinen Augen nicht... auf dem Sofa saß diese Anja.

"Was machst du denn wieder hier?" Fragte ich sie fassungslos.

"Sie hat sich verirrt, sie wusste nicht mehr wohin, wir haben die kurz mit reingenommen. Dein Vater fährt sie gleich nach Hause." Erklärte meine Mama.

"Drüben ist eine Bushaltestelle. Der Bus kommt in 20 Minuten, das schaffst du locker." Und plötzlich wieder dieses heftige Ziehen, am Arm.

"Ahhh, man!" Ich sah mir dieses Ding wieder an, ich konnte nicht verstehen was es wollte.

"Was ist los?" Fragte meine Mutter besorgt.

"Keine Ahnung , dieses hässliche Armband geht nicht ab und immer wenn ich mich aufrege, zieht es so und tut weh." Berichtete ich ihr.

"Hm, geh damit morgen  besten zum Verkäufer, er muss es doch besser wissen." Sie hatte immer so schlaue Ideen. Mami eben.

Anja saß da und grinste die ganze Zeit, die war so dreist. Die wusste ganz genau wohin, denn sie war nicht das erste mal hier. 

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