Samstag, 19. Januar 2013

23. Der neue Basti ist am Start

Mein Post hatte die Fans verwirrt. Sie dachten nun endgültig Basti hätte sie nicht mehr alle.

Wie wahr. Er war auch nicht mehr ganz dicht. Ich war immer noch er und er ich, ich hoffte es einfach nur, dass er mich nicht genauso blamiert hatte.

Ich war einfach nicht wie er. Dafür brauchte ich mich auch nicht zu verstellen.

Zum Glück würde er heute nach Wipperfürth kommen, so konnten wir hoffentlich alles wieder rückgängig machen.

Mit einer dicken Verspätung, tauchte der Spinner endlich auf.

"Schatz? Mädchenbesuch." Klärte mich meine Mama auf und ich ging runter.

Er hatte es wohl ernst gemeint, er sah katastrophal aus. So wie er angezogen war, so ging ich nicht mal den Müll wegbringen.

"Alles klar, Kollegen?" Begrüßte er seine Familie mit dem berühmten Peace-Zeichen.

"Dein Ernst?" Ich zog ihn am Arm ins Zimmer und warf ihm einen finsteren Blick zu.

"Ich will wieder ich sein!!!!" Zickte er und verschränkte die Arme.

"Hör zu, ich habe auch keinen Bock mehr dein Leben zu leben. Lass uns zu dem Laden hin, wo du diesen Armband her hattest." Erklärte ich ihm und hoffte auf Unterstützung.

"Ich hab Hunger, mach mir ein Sandwich, dann können wir weiter reden." Er legte sich aufs Bett und drehte sich zur Wand.

"Ich mach dir nix zu essen, wir müssen endlich was dagegen tun, Sebastian!" Sagte ich knallhart. Seinen Sandwich konnte er essen, wenn er wieder er selbst war.

"Mein Bett, meine Decke, mein Kopfkissen! Habe euch so sehr vermisst." Er führte Selbstgespräche mit Gegenständen. Sehr unpassend.

"Dann mach ich mir selbst ein Brot. Du Blöde." Er stand auf und sah mich an. "Ich seh scheiße aus, bring mich wieder in Ordnung, während ich mir was zu essen mache." Er verließ das Zimmer.

Grrrrrr, Idiot. Ich ging ins Bad und machte mir irgendwie die Haare, so gut ich konnte.

Als ich unten in der Küche auftauchte, ging da schon das Chaos los. Basti, eher gesagt ich, prügelte sich fast mit Florian wegen der letzten Scheibe Käse. Das durfte nicht wahr sein, er blamierte mich zu Tode.

"Ah, Arsch. Hi. Kannst du diesem Mädchen sagen, sie soll bitte unser Essen in Ruhe lassen." Sprach Florian mich an.

"Arsch? Was geht bei dir? ....Er ist kein Arsch, er ist ein toller Mensch." Basti blamierte mich immer mehr.

"Lass.den.Käse.da.liegen.sonst.flipp.ich.aus" Ich konnte auch anders.

"Ihr seid doch alle krank." Florian verdrehte die Augen und drehte sich zu mir: "Dein Post bei Facebook made my day. Von wegen du willst Ballerina werden." Er lachte.

Basti riss die Augen weit auf und sah mich an.

"Na gut, Kinder. Ich geh zum Kickboxen." Florian packte seine Tasche weiter.

"Ich komme mit. Ich bin auch eine Kickboxerin." Sagte Basti.

"Nein!!! Wir haben was anderes vor heute. Wir gehen zum Ballett." Wieder zog ich Basti am Arm aus der Küche und zwang ihn sich anzuziehen.

Als ich auch fertig war , machten wir uns auf den Weg.

"Der müsste hier irgendwo sein." Sagte er und sah sich um.

Zum Glück fanden wir ihn doch noch. Er stand da und verkaufte weiter sein illegales Zeug.

"So Kollege, dieses Armband hast du mir verkauft und das ist der größte Scheiß!! Ich bin jetzt sie und sie ist ich! Ich will wieder meinen Körper zurück, mach es rückgängig." Brüllte Basti ihn an. Mir war es einfach nur peinlich.

Der Mann lachte und zuckte mit den Schultern: " Das müsst ihr selbst klären. Wenn ihr es schafft euch gegenseitig zu respektieren und es hinbekommt wie der andere zu denken und zu fühlen kriegt ihr es auf die Reihe und seid spätestens morgen wieder normal."

Achso, und wie sollte das gehen? Er hatte leicht reden, er konnte sich nicht in unsere Lage versetzen.

Wir gingen wieder zurück und Basti regte sich immernoch auf.

"Lass es gut sein, benimm dich einfach normal und alles ist gut. Wir schaffen es schon." Versuchte ich ihn zu beruhigen, doch ich redete gegen eine harte Wand.

"Ich raste aus, was soll das denn?......" ich schaltete ab, ich konnte es einfach nicht mehr hören.

Unsere Wege trennten sich dann, nach dieser erfolgslosen Suche nach dem Sinn.

Zuhause legte ich mich ins Bett und dachte über alles nach. Was meinte der Mann denn damit? Ich konnte nicht so sein wie er. Es würde einfach nie klappen.

Ich sah auf mein Handy um die Zeit zu checken. Da hatte ich auch schon eine Nachricht, von einem Kumpel der auch mit Namen eingespeichert war. Fabian.

'Bruuuudeeer Party bei mir um 19:00Uhr, wenn du nicht kommst, bist du ein Weichei. Ha ha haJa sehr unterhaltsam.

Ich schrieb ihm zurück das ich nicht komme und nun wohl ein Weichei war.

Doch es klingelte an der Tür und da alle zu faul waren aufzumachen, ging ich runter.

"Hi Basti." Felix stand vor der Tür und wollte mich zur Party abholen.

Okay, im Pennerstyle konnte ich auch zur Party. Doch irgendwie hatte ich die Sätze von dem Mann im Kopf und überlegte es mir anders. Ich musste mich anpassen.

"Warte einen Moment." Ich bat ihn rein und ging mich umziehen.

Als ich fertig angezogen war, gingen wir zusammen raus. Dort warteten Fans. Felix flüsterte mir zu ich sollte sie abhängen, weil wir es ja eilig hätten.

Doch das konnte ich nicht bringen. Ich würde ihn ändern, es sollte sich auch was ändern.

Die Fans sahen traurig aus und packten wieder ihre Sachen ein.

"Hi." Begrüßte ich sie, "Kommt, für ein Foto und ein Autogramm habe ich noch Zeit." Ich lächelte sie an und sah die Freude in ihren Augen. Das freute mich irgendwie auch.

Nach der ganzen Autoramm- und Fotominute, machte ich mich auf den Weg.

"Dankeschön Basti. War sehr nett von dir." Sie sahen auch sehr zufrieden aus und ich freute mich mit ihnen.

Da spürte ich auch wie das Armband, was sehr fest an meinem Handgelenk hing, etwas lockerer wurde. Anscheinend hatte ich das Richtige getan.

"Können wir?" Fragte Felix, ich nickte darauf nur und wir gingen los.

Zum Glück fand die Party zwei Häuser weiter statt, so mussten wir nicht km weit laufen.

Die Party war bereits im vollen Gange. Die meisten waren schon betrunken und die anderen waren eingeschlafen.

"Da seid ihr ja." Fabian drückte uns ein Glas in die Hand und vorderte uns zum Tanzen auf.

Heute konnte ich mal auf Alkohol verzichten, so stellte ich das Glas ab und ging mit den Jungs tanzen.

Fabian machte mich beim Tanzen auf einen Kumpel aufmerksam, mit dem Basti angeblich Streit hatte und zu stolz dazu war diesen zu beheben.

Dies musste ich wohl wieder aufklären.

So schlich ich mich zu ihm rüber und nahm neben ihm Platz.

Da die Musik nicht allzu laut war, wegen den Nachbarn anscheinend, hatte ich die Gelegenheit mit ihm zu reden.

"Hey, ehm... ich wollte mich entschuldigen. Ich weiß zwar nicht mehr wer schuld war, aber ich finde diesen Streit unnötig. Es muss nicht sein. Wir sind Freunde, warum können wir nicht alles vergessen?"

Er sah mich kurz an und wieder weg. "Basti, du hast mich verletzt. Das ist schwer einfach drüber hinwegzusehen. Wir sind Freunde - ja. Aber du musst mich nicht immer links liegen lassen und so tun als würden wir uns nicht kennen." Sagte er verletzt.

Ich konnte ihn verstehen. Es war nicht richtig von Basti.

"Ich weiß, ich war ein Idiot. Ich hab nicht nachgedacht. Es wird alles nicht mehr vorkommen. Nimm meine Entschuldigung bitte an." Hoffnungsvoll sah ich ihn an und reichte ihm die Hand.

Nach einem kurzen Zögern, nahm er diese an und lächelte zufrieden.

Das wäre nun auch erledigt. So konnte ich den Rest des Abends genießen, mit allen Freunden und hatte meinen Spaß.

Als es spät wurde, ging ich endlich nach Hause, da ich wusste, dass Bastis Mutter sich Sorgen machen würde. Ich hatte so ein Gefühl und so war es auch.
Sie wartete Zuhause auf mich und war immernoch wach.

"Schatz, du bist schon da." Sie umarmte mich und ich lächelte sie an.

"Ich wollte dich nicht warten lassen. Kannst ruhig schlafen gehen, ich will nur noch kurz was essen."

Sie lächelte, umarmte mich nochmal und ging hoch  "Gute Nacht."

"Gute Nacht, Mama." Sagte ich, machte mir noch schnell ein Brot und ging zu Bett.

So hatte ich heute doch einiges geleistet. Ich war ziemlich stolz drauf. Das Armband übrigens war auch schon locker. Es konnte nur gutes bedeuten.

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